|
Mit einer Ölheizung steht man in diesem Winter (2004) schon ziemlich unglücklich da, weil das Heizöl fast doppelt so teuer geworden ist wie letztes Jahr.
Ähnliche Probleme werden in absehbarer Zeit auch Nutzer von Gasheizungen bekommen, weil der Gaspreis traditionell dem Ölpreis hinterherhinkt, aber an ihn gekoppelt ist.
Sobald die Folgen von PeakOil erstmal voll wirken, wird fast jedes Haus mit Winterkälte
zu kämpfen haben, denn jede Form von Heizenergie wird dann knapp und begehrt sein.
Was man gegen hohe Heizkosten oder gar kalte Häuser unternehmen kann, hängt unter anderem vom Geld ab, das zur Verfügung steht.
Ausserdem spielt natürlich eine Rolle, wie gut euer Haus jetzt schon isoliert ist.
Haus isolieren
Wenn ihr Geld zur Verfügung habt und das Haus schlecht isoliert ist, könnt ihr es besser isolieren lassen.
Das wird zur Zeit sogar vom Staat unterstützt.
Allerdings solltet ihr euch bewusst sein, dass eine Hausisolierung, bessere Fenster, Rolläden usw. sich bei den aktuellen Ölpreisen meistens erst nach einem Jahrzehnt amortisiert.
Es ist also in den meisten Fällen keine "gute Geldanlage".
Sobald die Ölpreise aber ins Unermessliche steigen, wird es jedoch nachträglich zu einer guten Geldananlage.
Und wenn das Öl erstmal so knapp ist, dass man gar nicht mehr genug bekommt, kann die Hausisolierung entscheidend zur Lebensqualität beitragen.
Wenn ihr nur wenig Geld habt, könnt ihr zwecks besserer Isolierung übrprüfen, ob ihr zugige Ritzen im Haus habt.
Solche Ritzen könnt ihr mit Bauschaum oder zur Not sogar Zeitung stopfen.
Um schlecht isolierte Fenster billig abzudichten, kann man im Winter sibirische Fenster einbauen.
Sibirische Fenster sind Holzrahmen in der Grösse der Fensterlaibung, die mit Plastikfolie bezogen werden.
Sie werden innen vor das Fenster montiert.
Alternativ kann man auch mit Hostafanfolie aus einer normalen Zweifachverglasung eine Dreifachverglasung machen.
Interessante Links zur Hausisolierung:
http://www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/passivhaus.htm
http://www.passivhausnetz.de/forumindex.htm
Heizsystem wechseln
Wenn ihr zur Zeit eine alte Ölheizung benutzt, die sowieso bald ausgetauscht werden muss,
lohnt es sich, über sinnvolle Alternativen nachzudenken.
Vermutlich werden die meisten Fachleute zur Gasheizung raten, falls ihr in einer Gegend wohnt, die mit Erdgas versorgt ist, denn Gasheizungen gelten als umweltfreundlich und preiswert.
Der Preis wird jedoch vermutlich auch ansteigen, in dem gleichen Maße wie Erdöl.
Ausserdem kann es durchaus zu Versorgungsengpässen kommen.
Momentan wird der Erdgasverbrauch stark angekurbelt, auch für den Verkehr.
Das kann dafür sorgen, dass die Förderung mit dem Bedarf nicht mithalten kann.
Auch die Pipelines, die das Gas von Russland nach Deutschland transportieren, sind störanfällig und können zudem sabotiert werden.
Zu guter Letzt steht auch dem Erdgas ein Peak bevor, wenn auch erst etwas später als dem Erdöl.
Durch den gestiegenen Bedarf könnte dieser Gas-Peak aber früher kommen als erwartet.
Vor allem wäre die Schrumpfung der Fördermenge bei Erdgas abrupter als bei Erdöl; es kann also ziemlich plötzlich kommen.
Wenn ihr euch eine neue Ölheizung anschaffen wollt, solltet ihr darauf achten, dass sie auch andere Treibstoffe verbrennen kann, z.B. Pflanzenöl.
Zwar wird auch Pflanzenöl teurer werden, aber möglicherweise ist es später leichter erhältlich als Erdöl.
Ausserdem wird es bestimmt ölartige Treibstoffe auf Biogasbasis geben,
denn solche Öle können jetzt schon hergestellt werden
und sind sehr viel ergiebiger pro Acker als normales Rapsöl.
Eventuell könnt ihr auch über ein kleines Heizkraftwerk nachdenken,
das ausser Wärme auch Strom produziert.
Diverse Ideen
Ergänzend zur Zentralheizung bietet sich, vor allem in warmen Gegenden, eine Solarheizung mit Sonnenkollektoren (keine Photovoltaik) an.
In den Sonnenkollektoren wird Wasser erwärmt.
Dieses vorgewärmte Wasser kann man für den Heisswasser-Boiler oder die Zentralheizung verwenden.
Mit solchen Sonnenkollektoren kann man bis zu 60% Heizkosten sparen.
Findige Heimwerker können sie auch teilweise selbst bauen.
Holzheizung
Um nicht vom Erdöl oder Gas abhängig zu sein, kann man sich auch eine Holzheizung (meistens gleichzeitig Kohleheizung) anschaffen, sofern man einen geeigneten Kamin hat.
Es gibt Feststoffbrenner, die im Keller stehen und als Zentralheizung dienen.
Der Nachteil solcher Brenner ist, dass man es im Keller ja eigentlich gar nicht warm braucht.
Ausserdem muss man in den Keller gehen, um die Heizung zu befeuern.
Der Vorteil ist, dass man nur einen einzelnen Ofen hat, um den man sich kümmern muss.
Einzelöfen haben den Hauptnachteil, dass man sich um jeden Ofen einzeln kümmern muss, was viel Arbeitsaufwand bedeutet.
Ausserdem arbeiten sie recht unwirtschaftlich; wenn man heizt, wird es schnell zu heiss und wenn man nicht heizt, wird es schnell kalt.
Die Regulierung der Brennintensität hängt einerseits vom Wetter ab und ist eine fummelige Erfahrungssache.
Zentrale Öffen können eher mal durchheizen, weil sich die Hitze ja aufs ganze Haus verteilt.
Am optimalsten fände ich einen zentralen Ofen, z.B. Kachelofen, der im grössten Zimmer steht und der nach dem Zentralheizungsprinzip auch die anderen Räume und das Wasser aufheizt.
Bei grossen Brennkammern kann man sich auch das Holzhacken sparen.
Solch eine Anlage ist bisher jedoch eher selten und auch recht teuer (ausser selbstgebaut).
Wie Öl und Gas werden aber auch Holz und Kohle knapp werden, wenn sie vermehrt gebraucht werden.
Daher ist eine Holz-Kohle-Heizung auch keine Lösung, die sicher immer verfügbar ist.
Viele denken, dass man Holz fast geschenkt bekommt.
Das stimmt auch, aber nur bedingt.
Echte Naturburschen können sich um ein Los Wald bewerben.
Das bedeutet, das man in einem bestimmten Stück Wald Holz schlagen darf, aber auch muss.
Das Stück Wald muss vom Nutzer gepflegt werden.
Man muss Bäume fällen und transportieren können, Platz zum Ablagern haben, braucht eine Bandsäge und muss am Schluss fleissig hacken.
Solch ein Los ist recht preiswert, man muss aber auch Glück haben, überhaupt eines zugeteilt zu bekommen.
Als Laie denkt man sich auch, dass man das Kleinholz ja einfach im Wald einsammeln kann.
Klar, momentan liegen viele Wälder voller Kleinholz, weil kaum jemand sie einsammelt.
Wenn aber erstmal viele Leute frieren, werden die Wälder ruckzuck wie leergeschleckt aussehen und für Holzsammeln werden bestimmt Gebühren erhoben.
Abfall-Bauholz bekommt man manchmal sogar geschenkt.
Aber Leute, ich sage euch: sowas ist nur für zeithabende arme Schlucker oder in äussersten Notzeiten empfehlenswert.
Meistens sind viele Holzstücke mit giftigen Beschichtungen dabei, ausserdem Betonreste, Nägel, Schrauben usw.
Das Holz brennt ruckzuck ab und dann muss man schon wieder mit zusammengeschraubten Holzklötzen kämpfen.
Aber in ganz schlechten Zeiten eine brauchbare Alternative, falls man es dann noch kostenlos bekommt.
Man kann das Holz auch in Meterstücken von einem Händler kaufen.
Dann braucht man bei grösseren Mengen aber eine Bandsäge oder man leiht eine solche.
Dazu braucht man normalerweise einen Drehstromanschluss.
Sowas lohnt sich, wenn man in einer waldreichen Gegend wohnt und sich mit Nachbarn zusammentut, was die Bandsäge angeht.
Fertig gesägtes Holz erspart die Arbeit an der Bandsäge, ist aber recht kostspielig.
Hacken und Stapeln muss man trotzdem noch, das Hacken zumindest, wenn man kleine Öfen hat.
Kohle gibt es als Steinkohle und Braunkohle.
Steinkohle wird häufig in Form von eierförmigen Koks ausgeliefert.
Sie brennt sehr heiss.
Normalerweise muss man sie beim extra Kohlenhändler kaufen, der sie entweder in Säcken zum Mitnehmen anbietet oder anliefert und in den Keller schüttet.
Braunkohle gibt es als Briketts, die nicht sehr heiss verbrennen, dafür aber lange vorhalten, wenn man das Feuer klein werden lässt (über Nacht).
Briketts kann man oft in Supermärkten oder Baumärkten kaufen.
Pellets-Heizungen
Pellets-Heizungen werden in letzter Zeit stark propagiert.
Sie sind in guten Zeiten wohl auch eine sehr interessante Alternative,
weil Abfallholz verwendet wird, um die kleinen Pellets zu produzieren.
Wenn die Energie aber erstmal überall knapp ist, werden auch Pellets knapp und teuer.
Der Ofen ist aber möglicherweise auf das Pellets-Format angewiesen und kann dann keine anderen Brennstoffe verarbeiten.
Mit Kälte leben
Wenn die Heizwärme unbezahlbar wird oder gar nicht mehr angeliefert wird,
muss man sich zwangsläufig an niedrigere Raumtemperaturen gewöhnen.
Auch vorher macht es schon Sinn, von den beliebten 23 Grad Raumtemperatur abzukommen,
denn jedes Grad, das man bei der Raumtemperatur einspart, spart kräftig Energie und Geld.
Am besten gewöhnt man sich allmählich Jahr für Jahr an niedrigere Temperaturen.
Um die Temperaturen besser auszuhalten, bieten sich die Kleidungstricks unserer Vorväter an, denn früher wurde fast nirgendwo auf 23 Grad hochgeheizt.
Schlafzimmer waren früher meistens ungeheizt.
Mir fallen spontan folgende Tipps ein:
- Mehrschichtig anziehen (Zwiebelprinzip)
- Wollpullis oder -westen
- Hausmantel aus Decken o.ä.
- Strickstrumpfhosen
- Hüttenschuhe
- Fussmuff beim Sitzen
- Schlafanzüge im Bett tragen
- Mehrere Decken übereinander
- Wärmflaschen
Wichtig ist ausserdem die Abhärtung, denn dann hält man niedrige Temperaturen besser aus.
Unterstützend zur Abhärtung wirken:
- Wechselduschen (kalt nach warm)
- Viel Bewegung
- Ausflüge in die Herbstkälte
- Gartenarbeit
Kritik und Anregungen willkommen.
|