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Wie können wir fahren?


Das erste Hauptproblem infolge der Peakoil-Problematik ist der Transport.

Das betrifft professionelle Fahrer aber genauso auch Privatfahrten.

Privatfahrten

Wie kann ich meine Kinder zur Schule und zu Freizeitaktivitäten fahren?

Gleich diese erste Frage wirft schon eine Menge Überlegungen und Lösungsansätze auf.

Welche Ansätze für dich passen, hängt von eurer Lebenssituation ab,
also den finanziellen Verhältnissen, Zahl der Kinder, Alter der Kinder, Wohnlage usw.

Treibstoffkosten sparen bei gleicher Fahrmenge

Der erste Vorschlag an dieser Stelle lautet meistens: Kauf ein sparsameres Auto!

Das macht zur Zeit aber nur Sinn, wenn man sowieso ein neues Auto braucht,
denn auch wenn die Spritkosten in den nächsten Jahren kräftig ansteigen,
spart man nur bei Vielfahrerei die Summen für ein neues Auto ein.

Echte Vielfahrer (soviel wie Taxifahrer) können sich beispielsweise ein Erdgas-Auto kaufen,
denn damit spart man zur Zeit kräftig Treibstoffkosten.

Für alle anderen machen Erdgasautos meiner Meinung nach nicht viel Sinn,
denn auch Erdgas wird parallel zum Öl immer teurer werden
und auch hier kann unerwartet die Versorgung schwierig werden.

Ein Auto, das schlichtweg wenig Benzin braucht, z.B. 3 Liter Auto,
ist generell sinnvoll, aber als Familienauto oft nur schwierig umzusetzen,
weil man viel Platz für Passagiere und Gepäck (Einkäufe) braucht.

Für relativ empfehlenswert halte ich Dieselautos,
die auch in der Lage sind, ganz normales Pflanzenöl zu benutzen.
In den ganz knappen Zeiten wird zwar auch Pflanzenöl kostbar und rar werden,
aber es ist viel leichter herzustellen als Benzin-Äquivalente.
Es gibt auch schon Verfahren, wie man aus Biogas einen diesel-ähnlichen
Treibstoff herstellen kann, mit einem Vielfachen der Ausbeute von normalem Rapsöl.

Wenn man eher wenig fährt und in einer sonnigen Gegend wohnt,
kann man nach einem Solarauto Ausschau halten.
Im Prinzip funktioniert das schon:
Autos mit Photovoltaikzellen auf dem Dach und grossen Batterien zum Speichern der Energie.
Jetzt muss man nur noch abwarten, bis es solche Autos auch serienmässig gibt.
Im Zweifelsfall kann man den örtlichen Autohändler darauf anprechen,
damit die Autohersteller erfahren, dass solch ein Bedarf besteht.

Billig tanken

Wer jetzt schon einen Diesel hat, kann Biodiesel tanken.

Falls es an der lokalen Tankstelle noch keinen gibt: Händler fragen.

Sparsame Fahrweise

Allein durch die Fahrweise kann man bis zu 30% Sprit einsparen.

Man kann einen Kurs machen, um das sparsame Fahren von Profis zu lernen (kostet aber Geld).

Oder man lernt es mithilfe von Büchern oder Informationsschriften.

Im Grunde genommen geht es bei der sparsamen Fahrweise um:

  • Niedertourig fahren
  • Behutsam beschleunigen
  • Behutsam abbremsen

Weniger fahren

Besonders viel Sprit kann man sparen, wenn man weniger mit dem Auto fährt.

Fahrgemeinschaften bilden

Wenn in eurem Auto bei einigen oder vielen Fahrten noch Platz im Auto ist,
könnt ihr überlegen, ob ihr mit anderen Eltern eine Fahrgemeinschaft gründen könnt.

Viele Eltern fahren ihre Kinder auch jetzt schon in Fahrgemeinschaften,
weil man ja nicht nur Sprit, sondern auch Zeit spart
und in vielen Fällen klappt das ganz gut.

Freizeitaktivitäten aussortieren

Dieser Punkt ist nur dann von Interesse, wenn dein Kind mehr als 2-3 nachmittägliche
feste Termine pro Woche hat.

Freizeitaktivitäten, wie Sport, musische Bildung usw. fördern die Kinder zwar,
aber auch unstrukturiert verbrachte Zeit mit Freunden oder alleine ist wichtig für Kinder.
Gerade in der unstrukturierten Zeit, haben Kinder Gelegenheit, sich selbst kennenzulernen
und sich ohne äusseres Korsett zu entfalten.

Ihr könntet also überlegen, ob ihr Termine, zu denen man mit dem Auto fahren muss, weglassen könntet.

Ergänzend könntet ihr auch überlegen, ob ihr in direkt eurer Wohngegend Aktivitäten anbieten könntet,
zu denen die Kinder nicht mit dem Auto gebracht werden müssen.

Beispiele:

  • Flötenunterricht kann auch von älteren Schülern angeboten werden (recht billig).
  • Eine oder mehrere Mütter organisieren eine Theatergruppe (kostet nur Platz und Nerven).
  • Ausflüge mit ein paar Eltern zu Fuss oder mit dem Fahrrad.
Das erfordert natürlich Einsatz der Eltern, aber es macht Spass und verbindet die Menschen der Wohngegend.

Fahrrad fahren

Hier kommen wir zu einer der wenigen guten Nachrichten der kommenden Ölkrise:

Die Strassen werden mit Sicherheit wieder leerer werden.

Der befürchtete totale Verkehrskollaps wird vermutlich ausfallen,
weil vorher der Treibstoff so teuer wird, dass der Verkehr zwangsläufig schrumpfen wird.

Fahrradfahren wird also allmählich wieder sicherer, auch auf Strassen ohne Fahrradweg.

Es lohnt sich also, die ganze Familie mit stabilen Fahrrädern auszustatten
und die Kinder frühzeitig an den Strassenverkehr zu gewöhnen.
(Jetzt natürlich noch nicht auf vielbefahrenen Strassen.)

Je nach Alter können die Kinder dann später selbstständig zu vielen Zielen fahren.
Das hält sie auch in Bewegung und gesund.

Wenn man Kinder hat, die noch Begleitung brauchen und ausserdem Kleinkinder,
kann man die mittelalten Kinder auf dem eigenen Fahrrad fahren lassen
und die Kleinkinder nimmt man im Kinderanhänger mit.

In den nächsten Jahren werden bestimmt auch "Familienkutschen" auf dem Markt erscheinen,
mit denen man die ganze Familie zu einem Ausflug fahren kann.

Auch für Einkäufe (dazu kommen wir später noch),
lohnt sich die Anschaffung eines grossen Fahrradanhängers,
denn damit kann man richtige Familieneinkäufe transportieren.


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